DIE PRAXIS

 

Damit ich als Homöopathin erfolgreich behandeln kann, benötige ich ein Gesamtbild des Patienten. Ich möchte verstehen, wie der Mensch der mir gegenübersitzt in der Praxis „tickt“, von ihm einen Gesamteindruck bekommen.

Während eines oder mehrerer Gespräche schildert mir der Patient seine Beschwerden in aller Exaktheit, die körperlichen sowie psychischen, aktuellen und vergangenen, jedoch ebenfalls seine Lebensgewohnheiten und Träume. Was ihm gut tut und weniger gut, wo er sich wohl fühlt und was für Abneigungen er hat und sehr wichtig: wie er in Konfliktsituationen reagiert.

Nach dieser sogenannten Erstanamnese habe ich Symptome in Hülle und Fülle, die Kunst liegt nun darin die wichtigen, außergewöhnlichen Symptome herauszusuchen und minutiös, wie bei einem Puzzle, zusammenzulegen, damit dies ein Gesamtbild des Patienten darstellt. Manchmal sieht man das Bild des Patienten sehr schnell, manchmal brauch man bis spät in den Abend um Klarheit zu bekommen.

Und diesem Gesamtbild suche ich anschließend ein „Simillimum“, eine Substanz, die am Gesunden ähnliche Symptome hervorruft wie ich sie in dieser Krankengeschichte finde. Dieses Mittel, homöopathisch hergestellt, werde ich dem Patienten verschreiben.